Wichtig zu wissen

Es gibt viele verschiedene Kreuzkräuter (KK), welche alle sehr anpassungsfähig sind. Von Frühjahr bis Herbst – und immer häufiger bis in den tiefsten Winter hinein – sprießen sie wieder überall. KK sind typische Erstbesiedler, sogenannte Pionierpflanzen, die mit extremen Standortverhältnissen (Trockenheit, Rohböden etc.) hervorragend zurechtkommen und sich in Vegetationslücken rasend schnell ausbreiten können.

Gemeinsamkeiten der KK (Kreuzkräuter):

Die Stielblätter sind wechselständig.
Die Blüten sind komplett gelb und bleiben nachts offen.
Alle Teile der Pflanzen sind giftig, auch die Samen und Pollen!
Blattrosetten und Jungpflanzen haben noch keine fresshemmenden Eigenschaften.
Eine Pflanze kann bis zu 150.000 Samen bilden, die über 20 Jahre keimfähig bleiben können.

Unterschiede der KK:

1. In den Blüten:
Das Gemeine Kreuzkraut hat keine Zungenblüten. Aus den kleinen, unscheinbaren Korbblüten bilden sich sehr schnell die Samen. Die anderen KK haben alle ähnliche Blüten, typischerweise mit 13 (manchmal aber auch mehr oder weniger) Zungenblüten.
Blütenstände gibt es in Bodennähe, aber auch bis zu einer Höhe von knapp zwei Metern (beim Gemeinen Kreuzkraut nur bis ca. 30 cm).

2. In den Blättern:
Die Blätter sind sehr variabel, selbst ein und dieselbe Pflanze kann viele verschiedene Blattformen haben.

Maßnahmen

zur Verhinderung einer Massenausbreitung der KK sind:
1. Ausstechen/Ausreißen/Ausgraben (möglichst vor der Samenbildung) mit samt der Wurzel und am besten sofort verbrennen oder in den Restmüll geben. Notreife beachten! Liegengelassene blühende Pflanzen können innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen noch keimfähige Samen bilden.
Wichtig: Bereits gegen Einzelpflanzen vorgehen, dabei Hautkontakt meiden, Handschuhe tragen!

2. Einsatz von Herbiziden
– handelsübliche Spritzmittel sind allerdings nicht geeignet, da nicht effektiv genug.
Achtung: Ist bei größeren Beständen eine chemische Bekämpfung erforderlich, Beratung beim Pflanzenschutzamt einholen!
Wichtig: Auch chemisch behandelte Pflanzen behalten ihre Giftigkeit und müssen von der Fläche entfernt und sicher entsorgt werden!

3. Bodenschäden vermeiden
, Vegetationslücken schließen, dichte Grasnarbe herstellen.
Denn Kreuzkrautsamen benötigen Licht zum Keimen.
Wichtig: Alleiniger Herbizideinsatz hilft nicht dauerhaft, da die Keimfähigkeit der Samen erhalten bleibt.

4. Ausbreitung verhindern
Wichtig: Mit Kreuzkrautsamen in Berührung gekommene Fahrzeuge (Samen haften in Reifenprofilen), Maschinen und Geräte sowie Schuhe sorgfältig reinigen!

Notreife beachten! Liegengelassene blühende Pflanzen können innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen keimfähige Samen bilden.


Die größten Gefahren gehen von den sich aktuell massenweise ausbreitenden Arten aus wie:

Jacobskreuzkraut (JKK, Senecio jacobaea, Jacobaea vulgaris)
Raukenblättriges Kreuzkraut (RKK, Senecio erucifolius, Jacobaea erucifolia)
Wasserkreuzkraut (WKK, Senecio aquaticus, Jacobaea aquatica)
Alpenkreuzkraut (AKK, Senecio alpinus)
Bergkreuzkraut (BKK, Senecio subalpinus)
Schmalblättriges Kreuzkraut (SKK, Senecio inaequidens)
Gemeines Kreuzkraut (Senecio vulgaris)

Kreuzkräuter können sich auch kreuzen. Das sollte bedacht werden, wenn Pflanzen nicht eindeutig zugeordnet werden können.

Jacobskreuzkraut:

Gemeines Kreuzkraut:

Kreuzkraut im Winter

Gemeines KK blüht ganzjährig

Schmalblättriges KK

Viele weitere vergrößerbare Fotos, auch von Jungpflanzen, finden Sie unter den einzelnen Arten der Kreuzkräutern, siehe rechte Spalte.

©Wittgenstein Verlag®, 2018